Europatag an unserer Schule

„Dank Europa können wir in Frieden leben!“

Die Gemeinschaftsschule im Eichholz empfängt zur Feier des Europatags 2018 Sindelfinger Bundestagsabgeordneten Marc Biadacz MdB, Bürgermeister Christian Gangl und Laura Kamisli, Europakoordinatorin der Stadt Sindelfingen. Hintergrund: Die Ernennung zur Botschafterschule für das Europäische Parlament.

Der alljährliche Europatag ist Grund zur Freude für alle Menschen, die in Deutschland leben – und ganz besonders für die Eichholzschule. Hoher Besuch hatte sich anlässlich des Europatags 2018 angekündigt, um mit der Eichholzschule deren Ernennung zur Botschafterschule für das Europäische Parlament zu feiern. Eine Ehre, die sich die Schule durch ihr Engagement hart erarbeitet hat. Angesichts des mittlerweile populären Europa-Beschimpfens unterstrich Schulleiterin Barbara Knöbl in ihrem Grußwort: „Europa kommt in unserer Schule nicht als trockenes Thema aus dem Lehrplan vor. Wir leben Europa. Und das geschieht bei uns in bester Zusammenarbeit von Schülerinnen und Schülern, den Eltern, unserem Kollegium und allen, die sich engagieren möchten.“ Als Beispiele nannte sie die seit 2015 bestehende Kooperative Berufsorientierung im Rahmen der Europäischen Zusammenarbeit in der Kultusministerkonferenz, das Projekt “Gib Rassismus einen Korb“ seit 2015, oder die Bewerbung als „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Dazu hatten Schülerinnen und Schüler an Fortbildungen teilnehmen können, und 2017 wurde das Europaparlament in Straßburg besucht.

Anlässlich des Europatags 2017 würdigte Gisela Erler, die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung im Staatsministerium Baden-Württemberg die Aktivitäten der Eichholzschule mit gleich zwei Besuchen. Fast folgerichtig bewarb sich die Schule dann als Botschafterschule für das Europäische Parlament, und nach der vorläufigen Zuerkennung dieses Status besuchten im Herbst 2017 vier Schülerinnen und Schüler die Botschafterkonferenz Süd in Erding zusammen mit einem Lehrer. Danach lud Landeseuropaminister Guido Wolf in sein Ministerium ein, um das neu konzipierte Planspiel zur europäischen Gesetzgebung auszuprobieren – und Schülerinnen und Schüler der Eichholzschule konnten mit einem leibhaftigen Minister am Tisch spielen! Ebenfalls 2017 startete die Eichholzschule mit einer französischen Partnerschule in Clichy bei Paris ein bilaterales Austauschprogramm – das bisher einzige einer Gemeinschaftsschule. So wird Europa für jeden erfahrbar.

Marc Biadacz MdB knüpfte in seinem Beitrag hier an: Gerade mit Frankreich sei eine enge freundschaftliche Verbindung von zentraler Bedeutung für den Frieden und Zusammenhalt in Europa. „Noch in der Generation meiner Eltern und Großeltern war Frankreich der Erzfeind!“ Den gegenwärtigen antieuropäischen und nationalistischen Tendenzen insbesondere bei populistischen Parteien erklärte er eine klare Abfuhr: „Europa und die Europäische Union sind unsere Garantie für Stabilität und Frieden. Immerhin ist Zentraleuropa seit über 70 Jahren ohne Krieg – der Verdienst eines geeinten Europas“. In der Diskussion mit Schülerinnen und Schülern der Eichholzschule ging es dann um Fragen aus der Schülerschaft wie: Wie geht die EU mit dem Flüchtlingsproblem um? Hat die EU auch Nachteile? Welche Streitigkeiten gibt es? Was macht Sindelfingen für die EU? Biadacz machte dabei deutlich, dass Europa kein fertiges Gebilde ist, sondern eine stetige Aufgabe. „Natürlich gibt es auch hier Krisen und Streit, aber man macht sich gemeinsam daran, die Probleme zu lösen – und dieses gemeinsame Vorgehen ist der Schlüssel zum Erfolg!“ Er forderte die Schülerinnen und Schüler zu eigener Übernahme von Verantwortung auf und dabei in ihrer Schulzeit schon ein politisches Bewusstsein aufzubauen. Der Aspekt der europäischen Zusammenarbeit innerhalb der EU sei umso wichtiger, je mehr sie die nationalistischen Tendenzen in anderen Ländern, aber auch in Deutschland wahrnehmen. Der Europatag sei also nicht nur ein Tag zum Feiern, sondern vor allem ein Tag zum weiteren Arbeiten am gemeinsamen europäischen Haus.

Bürgermeister Gangl schließlich lobte vor allem den positiven Beitrag der Eichholzschule zur gelingenden Integration unterschiedlicher Ethnien unter einem Dach. Auch das sei Ausdruck einer europäisch ausgerichteten Schulkultur, die jeden dort abholt, wo er sich befindet. Hier sei die Schule im Kontext des Themas des Tages beispielgebend.

Im Anschluss weihte die Schulgemeinschaft einen Info-Point zu Europa ein. Und schon am 4. Juni wird die Eichholzschule wieder Besuch im Auftrag der Berliner Vertretung der Europäischen Kommission bekommen – dann wird sie endgültig zertifizierte Botschafterschule für das Europäische Parlament sein.

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